Energie-Einsparverordnung (EnEV)

Seit dem ersten Februar 2002 gilt in Deutschland die Energie-Einsparverordnung (EnEv). Sie ist wichtiges Element der Klimaschutzziele der Bundesrepublik Deutschland und dient unter anderem dazu, den Energieaufwand bei der Beheizung von Gebäuden und bei der Bereitung von warmem Wasser nachhaltig zu senken. Die EnEV greift dafür sowohl beim Neubau von Gebäuden als auch bei der Sanierung bereits bestehender Gebäude ein. Bei zu errichtenden Gebäuden soll — von wenigen Ausnahmen abgesehen — beispielsweise ein Höchstwert für den Jahres-Primärenergiebedarf nicht überschritten werden. Der Jahresprimärenergiebedarf steht für den Energiebedarf innerhalb eines durchschnittlichen Jahres für das Heizen, Warmwasserbereitung und Lüften.

Auch bei Sanierungsmaßnahmen sind die Anforderungen verschärft worden. Hier ist auf Richtwerte für den so genannten Wärmedurchgangskoeffizienten zu achten, der die Dämmung eines Hauses betrifft. Der Koeffizient ist Antwort auf die Frage: Wie viel Energie durchfließt ein Material mit einer Fläche von einem Quadratmeter innerhalb einer Sekunde, wenn sich die Temperatur der Luft an der einen Seite des Materials um ein Grad Kelvin von der auf der anderen Seite unterscheidet. Ein Temperaturunterschied von einem Grad Kelvin entspricht dem von einem Grad Celsius. Generell gilt: Eine gute Gebäudedämmung ergibt einen niedrigen Wärmedurchgangskoeffizienten.

Für Sanierungsmaßnahmen an Steildächern beträgt der Höchstwert 0,30 W/m2K bei normalen Wohnhäusern, bei Wohnhäusern mit Flachdach beträgt dieser Wert nur 0,25 W/m2K. Für Gebäude mit niedrigen Innentemperaturen — definiert in der novellierten EnEv von 2004 — beträgt der Wert für den Wärmedurchgangskoeffizienten pauschal 0,40 W/m2K. Als Gebäude mit niedrigen Innentemperaturen gelten Gebäude, deren Innentemperatur innerhalb eines Jahres mehr als vier Monate lang über 12 Grad Celsius und unter 19 Grad Celsius liegt. Die Energie-Einsparverordnung wird aktuell mit der EnEV 2006 an EU-Richtlinien angeglichen. Für die Dachsanierung mit begleitender Wärmedämmung können Sie eventuell günstige Kredite im Rahmen von Förderprogrammen der Kreditanstalt für Wiederaufbau beantragen. Auch eine Energieberatung vor der Sanierungsmaßnahme kann durch ein Bundesförderprogramm unterstützt werden.